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Knapp sieben Millionen Bürger sind überschuldet

23.11.2020

Zum zweiten Mal in Folge sind die Anzahl und der Anteil der Bürger in Deutschland, die mit ihrem Einkommen und Vermögen über einen längeren Zeitraum ihre finanziellen Verpflichtungen nicht begleichen können und somit als überschuldet gelten, zurückgegangen. Dennoch trifft dies in 2020 immer noch auf rund 6,85 Millionen Erwachsene und damit auf fast jeden zehnten ab 18-Jährigen hierzulande zu. Zudem gab es einen Rückgang der Überschuldung nur bei den unter 40-Jährigen. Dies zeigt eine Datenanalyse einer Wirtschaftsauskunftei.

Nach dem Schuldneratlas der Wirtschaftsauskunftei Creditreform, der unter anderem auf Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) basiert, sind in diesem Jahr rund 9,87 Prozent aller Erwachsenen hierzulande, und damit über 6,85 Millionen Bürger überschuldet. Damit hat fast jeder zehnte erwachsene Bürger in Deutschland höhere Gesamtausgaben, als er auf längere Sicht mit seinen Einnahmen und Vermögen begleichen kann.

Letztes Jahr lag die Überschuldungsquote jedoch mit 9,92 Prozent und über 69.000 mehr Fällen noch höher. 2020 sank damit zum zweiten Mal in Folge die Überschuldung gegenüber dem jeweiligen Vorjahr. Auffällig ist jedoch, dass in 2020 gegenüber dem Vorjahr bei den 18- bis unter 40-Jährigen die Überschuldungsquote je Altersklasse gesunken ist, während bei den ab 40-Jährigen ein Anstieg zu beobachten ist.

Überschuldungsquote steigt bei Älteren – sinkt bei Jüngeren

Bei den 18- bis unter 30-Jährigen betrug der Rückgang der Überschuldungsquote in dieser Altersklasse minus 2,5 Prozent und bei den 30- bis unter 40-Jährigen waren es minus 0,4 Prozent. Der Anstieg der Überschuldungsquote je Altersklasse belief sich bei den 40- bis unter 60-Jährigen auf rund plus 0,4 Prozent und bei den ab 60-Jährigen waren es knapp plus 0,7 Prozent.

Insgesamt ist die Anzahl der überschuldeten 18- bis unter 30-Jährigen um 21,4 Prozent auf 1,1 Millionen Personen zurückgegangen. Bei den 30- bis unter 40-Jährigen betrug der Rückgang 0,5 Prozent auf 1,8 Millionen Bürger – anteilig jedoch weiterhin die größte Altersgruppe der Überschuldeten. Auch bei den 40- bis unter 50-Jährigen sind es mit aktuell 1,4 Millionen 0,2 Prozent weniger Personen als letztes Jahr, obwohl die Überschuldungsquote in dieser Altersklasse angestiegen ist.

Bei den 50- bis unter 60-Jährigen gab es dagegen auch bei der Anzahl der überschuldeten Bürger einen Anstieg um 5,9 Prozent auf fast 1,3 Millionen Personen und bei den 60- bis unter 70-Jährigen sind es nun 725.000 Betroffene und damit 13 Prozent mehr. Den höchsten Zuwachs verzeichnet man jedoch bei den ab 70-Jährigen mit plus 23,3 Prozent auf 470.000 Bürger.

Was hauptsächlich zur Überschuldung führt

Der häufigste Hauptgrund für eine Überschuldung, nämlich in fast 20 Prozent der Fälle, ist laut der Datenanalyse die Arbeitslosigkeit. An zweiter Stelle und dritter Stelle liegen mit über 17 Prozent eine Erkrankung oder ein Unfall und mit knapp 16 Prozent unwirtschaftliches Handeln. Ebenfalls eines der sechs häufigsten Gründe sind mit knapp 13 Prozent Trennung, Scheidung oder Tod des Ehepartners.

Viele dieser Risiken, die zu einer Überschuldung führen könnten, lassen sich jedoch auch im Vorfeld absichern. Dabei gilt, je früher, desto besser, denn zum einen sind gewisse Absicherungen in jungen Jahren um einiges günstiger, zum anderen weiß man nie, wann eine solche Situation eintrifft.

Bei einer durch Krankheit oder Unfall eintretenden Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit reicht beispielsweise in der Regel die gesetzliche Sozialversicherung nicht, um die dadurch verursachten Einkommensausfälle auszugleichen. Dies gilt auch für die finanzielle Absicherung des Ehepartners und der Kinder, wenn der Hauptverdiener einer Familie stirbt.

Schutz vor Einkommensausfällen bei diversen Notsituationen

Einkommenseinbußen wegen Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit lassen sich jedoch mit einer privaten Erwerbs- oder auch Berufsunfähigkeits-Versicherung, die man während des Erwerbslebens abschließt, absichern. Für eine ausreichende Hinterbliebenen-Absicherung empfiehlt sich eine Risiko- oder auch Kapitallebens-Versicherung. Neben dem Todesfallschutz bietet eine Kapitallebens-Versicherung auch noch die Möglichkeit, sich ein Finanzpolster zuzulegen, das auch in schwierigen Zeiten weiterhelfen kann.

Wer beispielsweise ein Haus baut oder kauft und dafür einen größeren Kredit aufnimmt, sollte darauf achten, dass die Finanzierung auch für den Fall einer Berufs- oder Arbeitsunfähigkeit, einer Arbeitslosigkeit oder im Todesfall abgesichert ist. Möglich ist dies mithilfe einer sogenannten Restschuld- oder Restkreditversicherung. Je nach Vertragsvereinbarung übernimmt eine solche Police bei Tod, Krankheit, Arbeitsunfähigkeit und/oder Arbeitslosigkeit des Kreditnehmers die ausstehende Restschuld und/oder zahlt vorübergehend die anfallenden Kreditraten weiter.

Es gibt aber auch noch diverse andere Möglichkeiten, teils sogar mit staatlicher Unterstützung, Geld für unvorhergesehene Ereignisse, für bestimmte Ziele oder auch für das Alter anzusparen. Bei der Suche nach individuell passenden Vorsorgelösungen hilft ein Beratungsgespräch mit einem Versicherungsfachmann weiter.

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