Aktuelles

Aktuelles

 
 
 

Cyberkriminalität gegen Firmen steigt rasant

06.05.2019

Mehr als sechs von zehn Firmen waren innerhalb von zwölf Monaten bis Ende 2018 hierzulande von Cyberattacken betroffen, das sind rund ein Viertel mehr als noch im Jahr zuvor. Noch deutlich höher ist sogar die Steigerung der finanziellen Schäden je betroffene Firma, die durch Cyberkriminelle verursacht worden sind, wie eine vor Kurzem veröffentlichte Studie zeigt.

Laut einer aktuellen Umfrage sind innerhalb zwölf Monaten 61 Prozent der befragten deutschen Firmen Opfer eines Cyberzwischenfalls geworden. Im Vorjahr waren es bei der gleichen Studie nur 48 Prozent gewesen, also rund 27 Prozent weniger.

Die Umfrage wurde vom Marktforschungsinstitut Forrester Consulting im Auftrag eines Versicherers für eine Studie durchgeführt, die jährlich erscheint. Für die aktuelle Studie wurden Ende 2018 insgesamt fast 5.400 Führungskräfte, Abteilungsleiter, IT-Manager und andere Verantwortliche für Cybersicherheit von Unternehmen in Deutschland, Großbritannien, den USA, Spanien, den Niederlanden, Frankreich und Belgien befragt.

Gleichzeitige Cyberattacken sind mittlerweile üblich

Insgesamt lässt sich feststellen, dass ein Angriff selten allein kommt, so eine Aussage des Herausgebers der Studie, der unter anderem Cyberversicherungen anbietet. Man beobachte einen deutlichen Anstieg der Frequenz. Immerhin erlebten 2019 30 Prozent der attackierten Unternehmen vier oder mehr Angriffe. Im Vorjahr waren es noch 20 Prozent.

24 Prozent der befragten Firmen hatten in den letzten zwölf Monaten vor der Befragung einen Virus oder Wurm im eigenen System. Zudem wurden im gleichen Zeitraum 17 Prozent Opfer einer Ransomware-Attacke und 15 Prozent – in Deutschland sogar 18 Prozent – einer sogenannten DDoS-Attacke (Denial of Service, Nichtverfügbarkeit eines Internetdienstes).

65 Prozent aller Unternehmen haben bereits Erfahrungen mit Cyberattacken gemacht, die mit ihrer Lieferkette zusammenhingen. Deshalb legen 54 Prozent der Befragten in Verträgen mit Zulieferern mittlerweile Cyberstandards fest. 32 Prozent der Befragten überprüfen die Cybersicherheit ihrer Zulieferer im Schnitt einmal im Monat. 25 Prozent tun dies einmal innerhalb eines Quartals und zehn Prozent alle sechs Monate. Aber acht Prozent haben die Sicherheitsvorkehrungen ihrer Zulieferer noch nie geprüft, wie ein Sprecher des Studienherausgebers betont.

Durchschnittsschäden je Firma erhöhen sich um 61 Prozent

In der Schadenstatistik, die der Versicherer für die Cyberversicherung, die bei ihm abgeschlossen wurden, erstellt hat, entfallen 32 Prozent aller Schadenursachen auf die E-Mail-Kompromittierung, die dann 27 Prozent aller Schadenkosten ausmacht. Die teuersten Schäden verursachen Hacker. Hierauf entfallen zwar nur acht Prozent der Schäden, aber 38 Prozent der Kosten. Ein weiteres Ergebnis der Umfrage ist zudem, dass Cyberschäden immer teurer werden. Rund 369.000 US-Dollar (etwa 327.900 Euro) kosteten die Cyberattacken in 2018 pro betroffenes Unternehmen.

Im Vorjahr waren es noch circa 229.000 US-Dollar (etwa 203.500 Euro) – dies entspricht einer Steigerung um 61 Prozent. Die Werte beziehen sich auf alle befragten Firmen in den genannten Ländern. Mit circa 906.000 US-Dollar (rund 805.100 Euro) kamen die deutschen Firmen auf den höchsten untersuchten Durchschnittswert der befragten Unternehmen. 2018 sei es im Wesentlichen ein Großschaden gewesen, der den deutschen Durchschnitt maßgeblich bestimmte.

Eine deutsche Firma hatte in 2018 allein Kosten für erlittene Cybervorfälle von rund 48 Millionen US-Dollar (circa 42,7 Millionen Euro) gemeldet. Dies war der höchste Schaden in der Studiengruppe. Übrigens, zahlreiche Schäden, die Cyberkriminelle bei einem Unternehmen verursachen können, lassen sich im Vorfeld durch spezielle Cyberversicherungen absichern. Versicherbar sind zudem auch mögliche Kosten für ein notwendiges Krisenmanagement, nachdem Cyberkriminelle beispielsweise geklaute Daten unerlaubt veröffentlicht haben.

Zurück