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Damit das Badevergnügen nicht zum Gesundheitsrisiko wird

03.06.2019

Ab Juni sind zahlreiche Schwimmbäder wieder geöffnet. Auch Seen, Flüsse und das Meer werden dann wieder von zahlreichen Badebegeisterten besucht. Wer jedoch bestimmte Verhaltensmaßnahmen beim Baden nicht beachtet, riskiert mitunter seine Gesundheit oder gar sein Leben, wie Experten der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) warnen.

Noch nie sind allein in den letzten 20 Jahren so viele Personen in Deutschland ertrunken wie letztes Jahr. Nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) gab es 2018 504 Todesopfer durch Ertrinken und damit 100 Personen beziehungsweise fast 25 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Und auch in den letzten 20 Jahren waren es immer weit unter 500 Personen, die in einem Jahr ertrunken sind.

Generell zeigt die Statistik aber auch, dass sich mehr als die Hälfte der tödlichen Ertrinkungsunfälle, nämlich 273, allein in den Monaten Juni, Juli und August ereigneten. Auch in den Jahren zuvor gab es in der Regel in diesen drei Monaten jeweils die meisten tödlichen Unfälle dieser Art als in den anderen Monaten.

Übersicht über bewachte Strände

86 Prozent und damit die meisten der tödlichen Badeunfälle ereigneten sich letztes Jahr an ungesicherten Badeorten wie Seen, Flüssen oder Teichen. „Binnengewässer führen leider noch immer die Ertrinkungsstatistiken an, denn sie werden in den seltensten Fällen von Rettungsschwimmern bewacht. Das Risiko, zu ertrinken, ist hier deutlich höher“, betont Achim Haag, Präsident der DLRG. Die DLRG rät daher, nicht an unbewachten Stellen zu baden und stellt diesbezüglich online eine kostenlos abrufbare Übersicht von bewachten Stränden und Gewässern zur Verfügung.

Generell kann jeder Einzelne sein Unfallrisiko beim Baden laut DLRG reduzieren, wenn er sich an bestimmte Verhaltensregeln hält. Die DLRG und andere Experten raten unter anderem dazu, nur zum Schwimmen zu gehen, wenn man gesund ist und sich wohlfühlt. Zudem ist es wichtig, kurz bevor man ins Wasser geht, sich abzuduschen und sich so abzukühlen, anderenfalls kann es beispielsweise zu einem Herz- oder Kreislaufversagen kommen. Des Weiteren sollte man nicht mit vollem oder ganz leerem Magen und auf gar keinen Fall alkoholisiert ins Wasser gehen.

Eine der häufigsten Ursachen von tödlichen Badeunfällen ist die Selbstüberschätzung, daher ist es besonders wichtig, sein eigenes Können und seine Kraft beim Schwimmen richtig einschätzen zu können. Jeder sollte maximal so weit hinausschwimmen oder tief tauchen, wie er ohne konditionelle Probleme wieder zum Ufer zurückkommt.

Vom Muskelkrampf bis zu gefährlichen Badestellen

Nach Aussagen von Experten kann eine Unterkühlung oder auch eine Überanstrengung im Wasser leicht zu Muskelkrämpfen führen. Während diese normalerweise nicht gefährlich sind, können sie im Wasser lebensbedrohlich sein, da dadurch Schwimmbewegungen nur noch schwer möglich sind. Daher ist es wichtig, sich beim Schwimmen nicht zu viel zuzumuten und, wenn man friert, sofort ans Ufer zu gehen. Bei einem herannahenden Gewitter ist unverzüglich das Wasser zu verlassen und am besten ein festes Gebäude aufzusuchen, denn Blitzeinschläge im Wasser sind lebensgefährlich.

Grundsätzlich sollte man nicht in der Nähe von Booten oder Schiffen baden. Wer ins Wasser springt, sollte auch sicher sein, dass es tief genug ist und sich keine andere Person an dieser Wasserstelle befindet. Wer Naturgewässer wie Seen und Flüsse beim Schwimmen bevorzugt, sollte daran denken, dass plötzliche Untiefen, starke Strömungen oder Brandungen, Wasserfälle, hervorstehende Felsen, sumpfige Uferzonen oder ein stark bewachsener Untergrund lebensgefährlich sein können.

Sicherer sind dagegen ausgewiesene Badezonen. Doch auch im Schwimmbad gibt es Stellen, die gefährlich und daher zu meiden sind, wie Wasserstellen unter Sprunganlagen oder im Auslauf von Rutschen, aber auch Bereiche, in denen das Wasser angesaugt wird. Prinzipiell sind bei allen natürlichen Gewässern, aber auch bei Hallen- oder Freibädern die vorhandenen Hinweis- und Verbotsschilder zu beachten. Unter anderem informieren sie darüber, an welchen Stellen es zu gefährlich ist, ins Wasser zu springen oder zu schwimmen.

Nichtschwimmer und Kinder

Als Nichtschwimmer sollte man maximal bis zum Bauch ins Wasser gehen. Am sichersten ist es für alle, die noch nicht schwimmen können, sich im Nichtschwimmerbecken aufzuhalten. Kinder, egal ob sie bereits etwas schwimmen können oder nicht, sollten zu jeder Zeit, also auch im Nichtschwimmerbecken, durch Erwachsene beaufsichtigt werden.

Kleinkinder können beispielsweise selbst in flachen bis zu 20 oder 30 Zentimeter hohen Wasserstellen meist nicht alleine den Kopf herausheben und dadurch unbemerkt ertrinken. Übrigens, aufblasbare Schwimmhilfen wie Schwimmtiere, -bälle oder -reifen bieten laut DLRG keine ausreichende Sicherheit im Wasser. Der DLRG rät Eltern, ihren Kindern so früh wie möglich das Schwimmen beizubringen. Bereits für Kleinkinder ab dem vierten Lebensjahr gibt es entsprechende Schwimmkurse.

Grundsätzlich fordert der DLRG, niemals aus Spaß, um Hilfe zu rufen, sondern nur dann, wenn man wirklich selbst oder ein anderer in Not ist. Umfassende Informationen, wie sich Unfälle in öffentlichen Gewässern und im Frei- oder Hallenbad verhindern lassen und worauf Eltern diesbezüglich achten sollten, enthält der Webauftritt des DLRG. Unter anderem gibt es hier die wichtigsten Baderegeln online, aber auch als Faltblatt in mehreren Sprachen zum kostenlosen Download.

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